Fotograf: Chris Zielecki

Wer bin ich und was soll das hier?

Ich bin Sophie, 31, Buchhändlerin, Kulturwissenschaftlerin, freie Redakteurin (u.a. bei Magazin Buchkultur), Korrektorin (diekorrekturen.org und für Kia Kahawa) und dieser Blog ist für mich ein Neustart. Von 2011 bis 2021 habe ich auf literatourismus.net über Literatur geschrieben, aber es fühlte sich so an, als sei Zeit für etwas Neues. Nicht unbedingt inhaltlich, denn Literatur prägt mein Leben nach wie vor, beruflich und privat. Aber ich möchte die Ausrichtung etwas verändern und andere Schwerpunkte setzen. Ich wollte ein neues Gewand und ich wollte aus den alten Schuhen schlüpfen, die schon lange hier und dort mal drückten. Also, here we are, here we go again. Auch wenn Literaturblogs nicht mehr das sind, was sie vor zehn Jahren waren. Oder vielleicht gerade deswegen.

Seit jeher mag ich Bücher, die sich schwierigen Themen widmen: Gewalt, psychische Erkrankung, Ausgrenzung, Verlust, Identität, Ohnmacht. Ganz von ungefähr kommt das nicht, denn ich bin selbst seit frühester Kindheit psychisch erkrankt (u.a. Dysthymie, Angststörung, PTBS). Ich möchte mich auf literature matters, neben den Büchern, die mich aus anderen Gründen ansprechen, schwerpunktmäßig Texten widmen, in denen es um psychische Erkrankungen oder Ausnahmesituationen geht. Das können fiktionale Texte sein, die das Thema auf unterschiedliche Weise behandeln, aber auch Essays oder Erfahrungsberichte. Es ist mir ein Anliegen, für dieses Thema und seine ganz unterschiedlichen Aspekte zu sensibilisieren, nicht zuletzt aufgrund meiner eigenen Geschichte. Wir reden schon mehr darüber, aber es ist noch viel zu tun! Literatur kann in ihren vielfältigen Formen Leben und Erleben sprachlich abbilden und anders erfahrbar machen. Das macht sie zur hervorragenden Bühne für Themen, an die wir uns sonst vielleicht nicht herantrauen.

Vorschläge für Texte und Bücher nehme ich gern an, aber es gilt: my blog is my castle. Es kann nicht alles Platz finden. Und natürlich werden auch Bücher abseits des Schwerpunkts gelesen und verstoffwechselt. In den letzten Jahren mit wachsendem Interesse auch Sachbücher zu Rechtsextremismus, Populismus und Radikalisierung; wie es dazu kam, liegt auf der Hand. Ich will gern verstehen, was gegenwärtig in unserer Gesellschaft passiert und was es mit uns macht. Ich will von denen lesen, die besonders von dieser Entwicklung bedroht sind, weil sie nicht in der Masse untergehen können, von Menschen, die Opfer rassistischer, antisemitischer, ableistischer, LGBTQA-feindlicher Diskriminierung und Angriffe werden. Ich will verschiedene Perspektiven dazu lesen, wie wir diese Gewalt überwinden können.

Und womöglich lese ich auch einfach mal einen schnöden Unterhaltungsroman, weil ich Lust darauf habe.

Bis dahin: Happy Reading!